Was war da denn los?!? Gefühlsachterbahn, wobei die Abfahrten deutlich überwogen. Nicht mal drei Minuten gespielt und schon in Rückstand. Schneller Ausgleich. Dann dumm gespielt und 1:3 hinten. Nach der Pause besser und Chancen, aber keine Tore. Wieder dumm und 1:4. Anschlusstreffer von Rangelov aber nicht gegeben weil Rost motzt. Insgesamt zu schwach um gegen Hamburg zu bestehen, Schiri nur minimal besser. Die aber-lieber-einmal-1:4-als-vier-mal-0:1-Floskel auspacken, noch die Mund-abputzen-und-auf's-nächste-Spiel-vorbereiten Phrase hinterher und dann Heimsieg gegen Stuttgart. Und natürlich am Mittwoch gegen Real...
Hier der Spielbericht:
Spielbericht
1. Halbzeit: Das Spiel beginnt und der BVB ist noch nicht auf dem Platz. Zweikämpfe werden reihenweise verloren, schnell gibt es die ersten Ecken für den HSV. Dort stimmt die Zuordnung in der Mitte nicht, so dass Boateng nach 2 Minuten schon fast zum 1:0 hätte einschießen können, Weidenfeller hält allerdings sehr gut. Bei der folgenden Ecke dann doch das Tor. Eigentlich harmlos nach innen gebracht, Weidenfeller segelt am Ball vorbei, der springt an den stehend staunenden Owomoyela und ins Tor. Die DFL gibt Ex-Borusse Demel den Treffer, weil er den Ball noch über die Linie gedrückt haben soll, bevor er ohnehin drin gewesen wäre. Ich: Das geht ja gut los. Direkter Gegenzug und auch bei mir keimt wieder Hoffnung auf. Erster Angriff der Borussia, hoher Ball auf Kuba, der verlängert mit dem Kopf (ein Riese ist er ja nicht gerade...) auf Valdez und der markiert per Kopfball-Lob den 1:1 Ausgleich. Danach leider nach wie vor zu wenige Präsenz, insbesondere im Mittelfeld, und obendrein ganz schlechte Zweikampfbilanzen. In der 10. dann das 2:1: Der BVB bekommt den Ball nicht aus dem Strafraum, wie bei allen Gegentoren sind gelbe Spieler zwar in Überzahl aber nur Statisten, Jarolim versucht an den Ball zu kommen, grätscht aber Santana um, durch die entstandene Lücke sprintet Ze Roberto, zieht ab, der Ball klatscht an den rechten Torpfosten, alle staunen, Ze Roberto setzt nach und schießt den Ball am verdutzen Weidenfeller vorbei ins Tor. Nur zwei Minuten später der nächste Gegentreffer. Der BVB hält 2-m Sicherheitsabstand von jedem Spieler im HSV-Trikot, Kuba, Owomoyela und auch Subotic eskortieren den nach simplem Doppelpass gestarteten Elia in den Strafraum, Elia passt in die Mitte, alles steht - außer Guerrero und der Peruaner trifft im Fallen hart und flach zentral ins BVB-Tor. Der Rest der Halbzeit ist von beiden Seiten nicht berauschend, der BVB bekommt kein Bein auf's Spielfeld, Fehlpässe und keine Torchancen, nahezu jeder Zweikampf geht an Hamburg, ich bin frustriert und trinke Buttermilch.
2. Halbzeit: Der BVB kommt mit Hummels statt Hajnal (ich dachte bei einer möglichen Auswechslung auch an Tinga - oder jeden anderen mit gelbem Trikot) und zunächst stark verbessert aus der Kabine. Leichte Hoffnung auf den Anschluss. Jetzt steht Hamburg und der BVB spielt endlich nach vorne. Hummels als Sechser gibt dem BVB-Spiel mehr Stabilität und Tinga fühlt sich in offensiverer Rolle auch deutlich wohler. In der ersten Viertelstunde drängt der BVB auf den Anschluss, doch Santana köpft freistehend aus 3 m auf Rost anstatt den Ball im Netz zu versenken. Und auch Kubas Schuss aus etwas spitzem Winkel wird nach schönem Angriff geblockt. Nach einer Stunde dann Rückfall in alte Lethargie. Glück, weil Elia nach Schmelzers Trikotziehen nur die Latte trifft und der schwache Kempter Hamburg den Elfmeter verweigert. Das 1:4 dann wieder katastrophal: Santana versucht einen Schuss zu blocken, wehrt am Boden liegend den Ball nicht weit genug ab, die Hamburger setzen nach und weil sich kein Dortmunder zuständig fühlt, niemand die wenigen Hamburger beträngt und Laufen an diesem Tag nicht gerade die Stärke des BVB ist, kommt der Ball wieder in den 5-Meter-Raum, wo Santana gerade erst wieder aufgestanden ist, Weidenfeller abklatschen lässt und Berg vor Schmelzer lockerleicht ins leere Tor einschießen kann. Erste Hofnungen auf mögliche Abseitsstellungen zerschlagen sich, das Spiel ist gelaufen. Überraschenderweise gibt es in der Folge noch einige hochkarätige BVB-Chancen: der eingewechselte Zidan vertendelt vor Rost anstatt zu den mitgelaufenen Mitspielern abzuspielen. Und Rangelov trifft knallhart links oben in den Winkel zum 2:4, doch - und das passt zum Tag - Kempter gibt das Tor nicht. So etwas hat die Fußball-Welt zuvor allerdings auch noch nicht gesehen: Zunächst geben Linienrichter und Schiri das Tor, die Spieler stehen zum Anpfiff am Mittelkreis, niemand hebt die Fahne, niemand funkt, alles gut, schönes Tor, klare Niederlage. Dann stürmt Rost zum Linienrichter und beschwert sich so lange, bis Kempter gerufen wird und das Tor annuliert. Unglaublich. Nunja. Ich frage mich, woran sich die Unparteiischen da wohl orientiert haben mögen und trinke weiterhin säuerliche Buttermilch. Die Szene kann man natürlich so interpretieren, weil Sahin in der Nähe und im Abseits steht, muss man aber nicht. Schade für Rangelov, denn den Schuss hätte der Schalker auch bei freier Sicht nie gehalten. Schlusspfiff, emotional hatte ich mich schon darauf eingestellt und bin deshalb einigermaßen gefestigt. Am Mittwoch geht's gegen Real.
BVB: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Santana, Schmelzer -Tinga, Kuba, Sahin, Hajnal (46. Hummels), - Barrios (79. Rangelov), Valdez (69. Zidan)
Tore: 0:1 Demel (3., bzw. Owomoyela/Weidenfeller - sind wir mal ehrlich ;-) ) 1:1 Valdez (5.), 1:2 Ze Roberto (10.), 1:3 Guerrero (12.), 1:4 Berg (72.)
Globalanalyse
Der Torwart: Weidenfeller griff gleich zu Beginn einmal daneben - nachdem er schon gegen Boateng in der 2. Minute sensationell pariert hatte - und auch beim 1:4 sah er nicht besonders geschickt aus. Klarer Fehler beim ersten Tor und ärgerlich beim vierten, an den übrigen Gegentoren aber schuldlos. An ihm lag es heute nicht ausschließlich.
Die Abwehr: Katastrophe?! Die Außen gegen schnelle Gegenspieler meistens überfordert und in der Mitte nicht nah genug am Mann. Klar, die Abwehr beginnt im Angriff und klar: im Mittelfeld lief noch weniger rund. Aber das war heute einfach nichts.
Das Mittelfeld: Gab es bis auf wenige Minuten zu Beginn der 2. Hälfte nicht. Hier wurde das Spiel verloren. Viel zu viele leichte Ballverluste, Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Aufbau. Kaum Präsenz und Zweikampfstärke. Der zweite Ball ging regelmäßig zum HSV. Standen nicht eng genug. Schlecht.
Der Sturm: Immerhin zwei Tore, eins davon zählte. Die Stürmer wurden kaum in Szene gesetzt, hatten es daher schwer. Insgesamt wenige Torchancen, dafür ja noch ganz passabel. Das Spiel wurde heute weiter hinten verloren.
Einzelkritik
Roman Weidenfeller (4-): Fehler vor dem 1:0, konnte sich nur selten auszeichnen, musste den Ball vier mal aus dem Netz holen.
Neven Subotic (5): Fiel fast nicht auf und das als Innenverteidiger mit dieser Statur. Sagt alles, ganz schwaches Spiel ohne die gewohnte Präsenz und Zweikampfstärke. Irrte umher.
Felipe Santana (4-): Überfordert. Vor dem 1:2 gefoult, vor dem 1:4 der Einzige, der noch etwas Gegenwehr zeigte. Bester Mann in der Abwehr, aber an diesem Tag war das wahrlich nicht schwer.
Marcel Schmelzer (5): Nach vorne nichts, nach hinten schlecht.
Patrick Owomoyela (6): Lief nur nebenher und spielte abenteuerliche Fehlpässe ins Nichts.
Tamas Hajnal (5+): Zur Halbzeit ausgewechselt, ein guter Distanzschuss, ansonsten vieles zu ungenau. Zeigte zu wenig Präsenz.
Nuri Sahin (4-): Unauffällig. Leider.
Kuba (4): Torvorlage. In der ersten Halbzeit kam ansonsten nichts, in der zweiten etwas besser. Langt so aber nicht.
Mats Hummels (3): Kam in der Halbzeit für Hajnal, spielte solide auf der Sechs, brachte mehr Sicherheit.
Tinga (5-): Katastrophal überfordert in der ersten Halbzeit. Offensiv später minimal stärker.
Lucas Barrios (5+): Kein Schuss, kein Tor, der Barrios! Aber er bekam auch zu wenige Zuspiele.
Nelson Valdez (3-): Tor. Gefrustet, weil fast nie in Szene gesetzt.
Mohamed Zidan (4): Muss das Tor machen oder abspielen.
Dimitar Rangelov: (2): Leider zu spät gekommen. Tolles Tor.
Schiri Kempter (5+): Normalerweise gibt es diese Kategorie nicht, heute schon. Er war schwach - und da bleibe ich dabei - obwohl das Spiel nicht schwer zu leiten war. Pfiff kleinlich gegen den BVB und ließ den Hamburgern vieles durchgehen. Sah zum Ende der Partie nicht, dass sein Assistent bei einem HSV-Angriff minutenlang die Abseits-Fahne hob, annulierte dafür ein Tor, weil sich ein Torhüter beschwerte. Muss dem HSV einen Elfmeter geben und vor dem 2:1 abpfeiffen, weil Jarolim Santana umgrätscht. War seltsamerweise alles in allem nicht spielentscheidend, aber trotzdem schlecht.
Spieler des Spiels: Rangelov. Machte keine Fehler, dafür aber ein Tor.
Fazit: Deutliche und auch in dieser Höhe verdiente Niederlage. Ganz schwache Leistung. Umso ärgerlicher, als der HSV bei weitem nicht so gut war, wie das Ergebnis es ausdrückt. Und achja...Da steht ein Schalker im Tor....ein echter Schalker im Tor...jaja, ein Schalker im Tor...
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